Controller-Mapping in Traktor 1.2

Logische und physikalische Controller

Mit Traktor 1.2 wurde die Architektur des Controller-Mappings komplett überarbeitet. Dieses Totorial beschreibt die neue Architektur, erläutert den Unterschied zwischen einem logischen Controller und einem physikalischen Controller und zeigt, welche Geräteklassen für das Erstellen eines logischen Geräts zur Verfügung stehen.

 

In Traktor 1.2 werden Mappings nicht mehr direkt für ein bestimmtes physikalisches Gerät erstellt, sondern für ein logisches Gerät, einen logischen Controller.

Ein logischer Controller besitzt verschiedene Merkmale und Eigenschaften:

  • Beim Erstellen eines logischen Controllers wird diesem eine Geräteklasse zugewiesen. Traktor 1.2 unterstützt die folgenden Geräteklassen: Generic Keyboard, Generic MIDI, Denon DN-HC 4500 und Pioneer CDJ-400. Die ersten beiden Gerätetypen gab es schon vor Traktor 1.2; die beiden neuen Typen sind die ersten Controller, für die Traktor HID-Support bietet.
  • Die Geräteklasse eines logischen Controllers legt fest, ob dem Controller lediglich ein In-Port oder sowohl ein In- als auch ein Out-Port zugewiesen werden kann.
  • Controllern der Klasse Generic Keyboard kann lediglich ein In-Port zugewiesen werden; hier steht der In-Port-Typ Keyboard zur Verfügung.
  • Den Controllern der anderen drei Geräteklassen kann sowohl ein In- als auch ein Out-Port zugewiesen werden. Bei Controllern des Typs Generic MIDI können alle vorhandenen MIDI-In- bzw. MIDI-Out-Ports mit dem logischen Controller ver-bunden werden. Bei den beiden HID-Geräteklassen (Denon DN-HC 4500 und Pioneer CDJ-400) werden die entsprechenden HID-USB-Ports angeboten.
  • Die Geräteklasse eines logischen Controllers legt außerdem fest, welche Eingaben von dem Controller verarbeitet werden können und wie diese im Dialogfeld Controller-Manager angezeigt werden.
  • Bei Controllern der Klasse Generic Keyboard werden die Tastennamen angezeigt.
  • Bei Controllern der Klasse Generic MIDI werden der MIDI-Kanal, der Typ der MIDI-Nachricht sowie der Notenname oder die CC-Nummer angezeigt.
  • Bei den beiden HID-Controllern Denon DN-HC 4500 und Pioneer CDJ-400 wird der Name des Buttons/Reglers auf dem Controller angezeigt.
  • Ein logischer Controller ist dann aktiv (d.h., Traktor wertet die gemappten Commands aus), wenn dem logischen Controller ein In-Port und/oder ein Out-Port eines physikali-schen Controllers zugewiesen wurde.
  • Die Modifier gelten immer nur für einen logischen Controller. Wenn also beispielsweise der Wert des Modifiers M1 mit dem Keyboard auf den Wert 4 gesetzt wurde, dann steht dieser Wert nur innerhalb des Mappings für diesen logischen Controller zur Verfügung, nicht aber im Mapping für einen Pioneer CDJ-400, da sich dieses Mapping in einem anderen logischen Controller befindet.
    Dieses neue Konzept macht Sinn, wenn du zwei identische MIDI- oder HID-Devices verwendest, beispielsweise zwei Pioneer CDJ-400. Angenommen, du hast ein Controller-Mapping für einen CDJ-400 erstellt und dieses Mapping steuert das Traktor-Deck A.
    In der Traktor-Version 1.2 kannst das komplette Mapping für diesen Controller einschließlich der Modifier-Zuweisungen und -Bedingungen duplizieren. Im Listenfeld Device Target des Abschnitts Device Setup wählst du für das Duplikat das gewünschte Ziel für den zweiten logischen Controller aus (Deck B) und bist fertig.
  • Einem logischen Controller kann ein Device Target zugewiesen werden. Dies geschieht im Listenfeld Device Target im Abschnitt Device Setup. Das Geräteziel gilt immer für den gesamten Controller und legt in Kombination mit dem im Abschnitt Mapping Details eingestellten Assignment fest, an welches Deck ein MIDI-Command gesendet wird. Mehr hierzu ein wenig später in diesem Kapitel.

Die folgende Abbildung zeigt die neue Architektur des Controller-Managers an ein paar Beispielen. Der Kasten auf der linken Seite symbolisiert den Controller-Manager, der derzeit fünf logische Controller und deren Mappings verwaltet.

 

Die beiden oberen logischen Controller besitzen den Typ Keyboard. Ein Controller kann z.B. das Keyboard-Mapping Perform enthalten und der andere das Mapping Preparation. Nur dem Controller, der das Mapping Perform enthält, wurde der In-Port Keyboard zugewiesen, d.h., nur dieses Mapping ist aktiv. Um vom Keyboard-Mapping Perform auf das Mapping Preparation umzuschalten, reicht es aus, den In-Port beim Mapping Perform zu deaktivieren und ihn beim Mapping Preparation zu aktivieren.

Der mittlere logische Controller enthält ein MIDI-Mapping für ein Korg nanoPAD. Hier wurde kein MIDI-In-Port zugewiesen und darum ist dieses Mapping derzeit inaktiv.

Die beiden unteren logischen Controller enthalten HID-Mappings für zwei Pioneer CDJ-400. Die Commands, die in den beiden Mappings verwendet werden, sind identisch. Jeder der beiden logischen Controller ist über die In-/Out-Portzuweisung mit einem anderen CDJ-Player verbunden. Der erste CDJ-400 steuert das Traktor-Deck A und der zweite das Traktor-Deck B.